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Zuteilung kostenloser CO2-Emissionszertifikate auf Basis veralteter Daten

Zahlreiche Unternehmen erhalten viel zu viele kostenlose CO2-Verschmutzungszertifikate. Grund sind veraltete Daten, mit denen die Europäische Kommission arbeitet, wie eine neue Studie der unabhängigen Forschungs- und  Beratungsorganisation CE Delft zeigt.

Dabei geht es um Industriezweige, bei denen das Risiko einer Verlagerung von Werken ins Ausland besteht – auch Carbon Leakage genannt. Bei Anwendung aktueller Daten auf die Carbon-Leakage-Bewertung würde sich die Anzahl der Empfänger kostenloser Zertifikate halbieren.

2009, als die EU-Wirkungsbewertung freigegeben wurde, stimmte die Europäische Kommission zu, den vom ETS erfassten Sektoren 60 Prozent kostenlose Zertifikate zuzuteilen, um das Carbon-Leakage-Risiko zu vermindern. Bryony Worthington, Gründerin des TheCompensators*-Partners Sandbag, erklärt, dass die EU-Wirkungsbewertung von 2009 auf Basis der heutigen Daten, vollständig veraltet und nicht anwendbar ist.

Die Studie von CE Delft entdeckte drei fehlerhafte Annahmen, die in der heutigen Welt nicht mehr gelten.

  • Für 2020 wurde erwartet, dass die CO2-Preise 30€ je Tonne erreichen. Die CO2-Preise liegen gegenwärtig zwischen 4€ und 5€ je Tonne – und könnten sogar auf Null fallen, wenn der Vorschlag zum Backloading vom Europäischen Parlament in der nächsten Woche abgelehnt wird.
  • Die betroffenen Sektoren sollten die Messlatte ihrer kostenlosen Zertifikatzuteilung um 60 Prozent übertreffen. Doch infolge der wirtschaftlichen Rezession “scheint jetzt eine Quote von 20 Prozent wahrscheinlicher”.
  • Die Teilnahme von Nicht-EU-Ländern am ETS war nicht vorgesehen. Länder wie Kroatien, Island, Norwegen und Liechtenstein jedoch sind dem Projekt bereits beigetreten und außerdem ist geplant, Australien und die Schweiz 2015 in das ETS einzubinden.

Was die Kommission ursprünglich als “unbeabsichtigte Zuteilung von Mehrmengen” bezeichnete, hat dazu geführt, dass “insgesamt auf die Fertigungssektoren ungefähr 680 Millionen zusätzliche Zertifikate im Wert von etwa 10,5 Milliarden Euro über die Jahre 2008 bis 2011 entfielen”, resümiert Damien Morris, leitender Politikexperte bei Sandbag.

Bei der Entwicklung eines neuen Katalogs zur Zuteilung kostenloser Zertifikate hätten Unternehmen, die sich mit Erdöl- und Erdgasförderung beschäftigen, immer noch einen Anspruch auf kostenlose Zertifikate. Die Zement-, Roheisen- und Stahl-, Raffinerie-, Kalk- und Papierindustrie jedoch müssten ihre Rechte ersteigern.

Die Europäische Kommission hat anerkannt, dass ihr Carbon-Leakage-Katalog veraltet ist und hofft darauf, bis 2016 einen neuen Eckdaten-Katalog fertigzustellen.

Helfen Sie, die zu hohe Zahl von Verschmutzungsrechten schon jetzt zu reduzieren – und kompensieren Sie Ihre Emissionen!

 

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