TheCompensators* » CETA-Abkommen könnte möglicherweise das EU-Fracking-Verbot aufheben

CETA-Abkommen könnte möglicherweise das EU-Fracking-Verbot aufheben

Das strittige europäisch-kanadische Handelsabkommen (CETA), ein geplantes Freihandels- und Urheberrechtsabkommen zwischen Kanada und der Europäischen Union, könnte die europäischen Länder daran hindern, Verbote und Regeln für das sogenannte Fracking einzuführen. Sollten die Vertragsstaaten kanadische Firmen vom Schiefergas-Fracking abhalten, könnten sie auf Basis einer im CETA-Entwurf enthaltenen, weitreichenden Investitionsbestimmung, möglicherweise Klagen entgegen sehen. Die geplante Vorschrift könnte es Energie- und Rohstoffunternehmen ermöglichen, EU-weit Verbote, Moratorien und Umweltstandards anzufechten. Darüber hinaus ermöglicht diese Politik kanadischen Firmen millionenschwere Schadenersatzforderungen an die europäischen Steuerzahler zu stellen.

Volkswirtschaftler und viele energieintensive Industriezweige meinen, dass sich durch die Schiefergasförderung das „Spiel dreht“. Der jüngst gesehene Aufschwung der Industrie in den Vereinigten Staaten ist teilweise eine Folge der zunehmenden Erforschung und Förderung von Erdgas. Fracking hat den Staaten Pennsylvania, Texas und Colorado einen Aufschwung in der Energieproduktion gebracht und zusätzlich zu einem Rückgang der Erdgaspreise um 20% geführt. Es wird erwartet, dass die europäischen Unternehmen durch die Schiefergasförderung in den Wettbewerb mit ihren amerikanischen Kontrahenten treten.

In einem von KPMG International veröffentlichten Bericht bezeichnete die Unternehmensberatung die Erschließung von Schiefergas in Europa als unausweichlich. Geologische, wirtschaftliche und regulatorische Hindernisse jedoch haben die europäische Erdgaserforschung beeinträchtigt. Der Bericht stellte z.B. fest, dass die Schiefergasschichten in Europa durchschnittlich um 50% tiefer liegen als in Nordamerika, während die Produktionskosten um mindestens 40% höher liegen. Darüber hinaus haben Fachleute sowohl Umwelt- als auch Gesundheitsprobleme im Zusammenhang mit Frackingtätigkeiten entdeckt. Die Internationale Energieagentur beispielsweise sagt voraus, dass sogar die umweltschonendste und effizienteste Treibstoffförderung im Falle einer globalen Vollversorgung durch Fracking-Energie zu einer globalen Temperaturerhöhung von ca. 3,5 – 4 Grad führen könnte.

Nathalie Bernasconi Osterwalder, eine ranghohe Juristin für internationale Angelegenheiten am Internationalen Institut für nachhaltige Entwicklung, erklärt, dass ausländische Firmen jedoch nicht über dem Gesetz stehen würden. „Das Augenmerk müsste darauf gelegt werden, ob die Verbote und Moratorien vorhanden gewesen sind, als die CETA in kraft trat.“ Trotzdem werden Länder ohne klare Haltung zum Fracking in Zukunft mit Problemen konfrontiert werden. Wenn z.B. eine europäische Regierung bereits erteilte Bohrlizenzen wegen Umweltbelangen entzöge, könnte sich die betreffende Regierung nach dem CETA-Entwurf wegen Verletzung der Gewinnerwartungen der Investoren strafbar machen.

Wenn Sie Ihre Emissionen kompensieren wollen, klicken Sie hier!

 

 

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*