TheCompensators* » Deutschlands führende Rolle bei erneuerbaren Energien könnte schwer auf Europa lasten

Deutschlands führende Rolle bei erneuerbaren Energien könnte schwer auf Europa lasten

Am Donnerstag, den 18. April, hat Deutschland mit einer Leistung von 35,9 Gigawatt ein neues Allzeithoch bei der Produktion von Strom aus erneuerbaren Energien geleistet.

Deutschland, vom Onlinemagazin „Renewable Energy World“ als erste größere Erneuerbare-Energien-Wirtschaft der Welt bezeichnet, bildet mit seinem Erneuerbare-Energien-Sektor die Sperspitze der Umweltbewegung. Deutschland hat beispielsweise den erneuerbaren Anteil an der gesamten Stromproduktion in den vergangenen sechs Jahren auf 23 % im Jahre 2012 verdoppelt. Eine weitere Verdopplung bis zum Jahr 2025 wird prognostiziert.

Einige Teile des Landes sind sogar noch fortschrittlicher. Im Jahr 2012 wurden Brandenburg, Bayern, Sachsen-Anhalt und Baden-Württemberg in der Studie Bundeslaendervergleich Erneubare Energie 2012 für ihre schnelle Anpassungsfähigkeit bei der Integration neuer Technologien in ihren Energiemix und für ihre steigenden Investitionen in Erneuerbare Energien gelobt.

Obwohl es diese Fakten verdienen, gefeiert zu werden, ziehen sie negative Folgen nach sich. Eine zunehmende, aus Erneuerbaren Energien erzeugte Strommenge führt zu einem Preissturz bei ETS-Emissionszertifikaten. In der Folge kommt es zu einer Wiederbelebung der billigeren Kohle und das wiegt schwer gegen die Erneuerbaren Energien. Obwohl dies Deutschlands beeindruckenden Schub in Richtung einer kohlenstoffarmen Wirtschaft nicht beeinträchtigt, wird es für andere europäische Länder schwer dem deutschen Vorbild zu folgen.

Das ETS muss zur Anregung der Produktion erneuerbarer Energien verbessert werden.

  • Die Emissionsobergrenzen sollen nicht absolut sein. So wäre es zum Beispiel möglich, für die Erzeuzung von einer Kilowattstunde Strom den Ausstoß von 300 g CO2 festzulegen. Dann würde das ETS bei niedrigem Strombedarf infolge externer Faktoren wie der Finanzkrise 2008 nicht untergraben werden.
  • Das ETS sollte sich außerdem automatisch selbst anpassen. Wenn beispielsweise einmal ein Wert von 290 Gramm CO2 pro Kilowattstunde erreicht worden ist, sollte die Obergrenze automatisch herabgesetzt werden.

Diese politischen Maßnahmen würden eine Selbstkorrektur des ETS möglichen machen und das Problem der Überversorgung mit Zertifikaten lösen, was zu den kürzlichen Preisstürzen geführt hat.

Da bis zur nächsten Überarbeitung des ETS 2015 keine größeren Reformen geplant sind, sollten in der Zwischenzeit zum Beispiel Firmen tätig werden, die selbst im Bereich der erneuerbaren Energien tätig sind. Sie könnten jetzt die viel zu billigen Emissionszertifikate kaufen und löschen. Damit würden sie für sich selbst fairere Wettbewerbsbedingungen schaffen.

Kompensiere Deine Emissionen und klicke hier!

 

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*