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Ein gutes Zeichen, aber kein Grund zum Feiern

Kein Smog in Peking: Wegen des APEC-Gipfels verhängte die chinesische Regierung Fahrverbot und wies Kraftwerke an, auf Sparflamme zu laufen. Zur verhältnismäßig frischen Luft passt, dass US-Präsident Obama und der chinesische Staatschef Xi Jinping im Rahmen des Gipfels konkrete Klimaziele verkündeten. China wolle in 16 Jahren erstmals seine Treibhausgasemissionen drosseln, hieß es nach dem Treffen, und bis dahin außerdem den Anteil an Erneuerbaren Energien verdoppeln, der momentan noch bei 10 Prozent liegt. Die USA nehmen sich vor, ihren Schadstoffausstoß bis 2025 um 26 bis 28 Prozent zu reduzieren. Bisher lautete das Ziel, bis 2020 nur 17 Prozent weniger auszustoßen.

Nun könnte man natürlich die Tatsache feiern, dass sich China und die USA als die größten Verschmutzernationen dieses Planeten endlich am Klimaschutz beteiligen wollen. Aber ihre Pläne weisen Lücken auf:

– Wenn China erst 2030 damit beginnen will, seinen Schadstoffausstoß zu zügeln, müssen die restlichen Länder der Erde das kompensieren, um ein Zwei Grad Ziel noch zu erreichen.

– Zu „sauberer Energie“ zählt für China auch Atomkraft, schließlich verpestet die während des Prozesses der Energiegewinnung nicht die Luft. Was langfristig mit dem Atommüll passiert, ist das Problem künftiger Generationen.

– Die USA haben sich zwar ein strengeres Ziel gesetzt, sich aber auch fünf Jahre mehr Zeit gegeben. Außerdem ist das Jahr, auf das sich die Prozentsätze beziehen, nicht wie bei der EU 1990, sondern 2005, als die CO2-Konzentration in der Atmosphäre schon wesentlich höher war. Damit ist es relativ gesehen einfacher, das Ziel zu erreichen.

– Obama mag das Klima schützen wollen, für seine Konkurrenten zu Hause hat das aber keine Priorität. Die Republikaner dominieren den Senat und seit den Wahlen letzte Woche auch wieder den Kongress. Sie werden wohl kaum einer Maßnahme zustimmen, die das Wirtschaftswachstum hemmen und Arbeitsplätze kosten könnte.

Bis dahin ist es freilich trotzdem ein gutes Zeichen, dass sich die Sturheit der großen Nationen etwas aufgeweicht hat, vor allem im Vorfeld des UN-Klimagipfels in Paris nächstes Jahr, bei dem ein für alle mal verbindliche Klimaziele gesetzt werden müssen.

 

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