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Mehrere hunderttausend Menschen demonstrieren für den Klimaschutz

TheCompensators* freuen sich über diese Bilanz: Vor einer Woche demonstrierten mehrere hunderttausend Menschen in den Großstädten der Welt gegen den Klimawandel, im Vorfeld des UN-Klimagipfels in New York. Berlin war voll von tanzenden Umweltschützern, New York sang gegen die Kapitalisten der Wall Street, Melbournes Straßen wurden von 30.000 Protestierenden bevölkert. Zu den Märschen hatte die Organisation Avaaz aufgerufen, die derzeit Unterschriften für eine beständige Reduktion der CO2-Emissionen sammelt. Bisher haben schon 1,7 Millionen Menschen unterschrieben.

Silent Climate Parade“ in Berlin”

In Berlin bot sich außenstehenden Beobachtenden ein verrücktes Bild: Zehntausend Demonstrierende fuhren in einem Protestzug mit dem Rad oder tanzten zu wilder Elektromusik durch die Innenstadt Richtung Brandenburger Tor – unhörbar für jeden, der nicht mit Wifi-Headset ausgestattet war. “Wir haben per Kopfhörer Anweisungen erhalten”, erklärt eine Demo-Teilnehmerin, “plötzlich hieß es `Freeze!´ und alle standen still. Wer da nicht wusste, was abgeht, muss an seinem Verstand gezweifelt haben.”

Trotz ihres gemeinsamen Themas griffen die einzelnen Aktionen unterschiedliche Aspekte des Klimawandels auf. So sprach die “Silent Climate Parade” in Berlin die ignorante Taubheit derer an, die noch am Klimawandel zweifeln. In Melbourne ging es vor allem um Kritik an der Umweltpolitik des australischen Premier Tony Abbott, der für die Abschaffung der Kohlendioxidsteuer verantwortlich ist.

In New York lieferten 300.000 Demonstranten und Demonstrantinnen eine wahre Parade. Mit Kostümen, Pauken und Trompeten blockierten sie die Straßen und sangen, “we’re not gonna take it anymore” und, “shut down Wall Street now”. Acronym TV hat in einer kurzen Doku beeindruckende Bilder gesammelt.

Al Gore: “Politischer Wille ist eine erneuerbare Energie.”

Auch Prominente, wie UN-Generalsekretär Ban Ki-moon, Schauspieler und UN-Friedensbotschafter Leonardo DiCaprio und der ehemalige Vize-US-Präsident Al Gore gesellten sich zu den Demonstrierenden. Diese drei referierten dann auch später vor den Staatsvertretern, die zum Klima-Gipfel gekommen waren.

Das waren bei weitem nicht alle, die man sich gewünscht hätte. Bundeskanzlerin Merkel zum Beispiel tauchte nicht auf. Laut Oxfam blieb sie lieber in Deutschland und mischte sich unters Volk der deutschen Industrie-Lobby.

Der Klima-Gipfel war von Ban Ki-moon einberufen worden und hatte nicht den Anspruch, eine Entscheidung über das weitere Verfahren mit dem Kyoto-Protokoll zu finden. Das ist für die UN-Klima-Konferenz Ende 2015 in Paris vorgesehen. Jene Staatschefs, die seiner Einladung gefolgt waren, wetterten, mahnten und prophezeiten trotzdem lautstark. Obama fand, man müsse sofort handeln, vor allem die USA und China als größte Verschmutzer. Deutschlands Umweltministerin Barbara Hendricks kündigte an, Deutschland wolle seine Emissionen um 40% gegenüber dem Niveau von 1990 senken und außerdem Entwicklungshilfe an den Stellen zügeln, wo sie Kohlekraftwerke fördert. Die EU wolle die Entwicklung nachhaltiger Energiegewinnung in Entwicklungsländern während der nächsten sieben Jahre mit drei Milliarden Euro subventionieren, sagte EU-Kommissionspräsident Barroso zu. Auch Frankreichs Präsident Hollande will Geld locker machen und pochte in seiner Rede auf die Tatsache, dass uns die Zeit davon rennt.

Was die großen Worte in der Praxis bedeuten, werden wir 2015 in Paris sehen. Die breite Mobilisation sollte den Staatschefs aber klar gemacht haben, dass sie das Thema Klimaschutz nicht weiter unter den Teppich kehren können.

TheCompensators* zeigen schon, wie Engagement für den Klimawandel aussehen kann. Lies hier nach, wie genau du deine CO2-Emissionen kompensieren kannst.

 

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