TheCompensators* » Effizienz, um Kohle zu schonen?

Effizienz, um Kohle zu schonen?

Vor zwei Wochen fragte die ZEIT, „Beerdigt Sigmar Gabriel gerade heimlich die Klimawende?“. Letzte Woche brachten Spiegel und Reuters dann jedoch die Neuigkeit, unser Wirtschaftsminister wolle Stromversorger zwingen, den CO2-Ausstoß ihrer fossilen Kohlekraftwerke zu drosseln. Umgehend traf sich Gabriel mit Deutschlands führenden Energieversorgern und am Mittwoch kündigten Gabriel und Umweltministerin Barbara Hendricks ein brandneues Klimapaket an, bestehend aus einem Aktionsprogramm und einem „Energieeffizienzplan“ – und tatsächlich sind nun für deutsche Kraftwerke deutliche Emissionsminderungen vorgesehen. So schnell kann’s gehen. Und das, nachdem Gabriel gerade erst ein paar Greenpeace-Aktivisten beim Anti-Kohleprotest während einer Presseveranstaltung mit dem altbekannten „Wenn wir Wohlstand wollen, können wir nicht auf Kohle verzichten“-Argument abgespeist hatte.

Was hat den Meinungsumschwung gebracht? Laut Spiegel bangt die Bundesregierung, dass sie ihr Ziel, die Schadstoffemissionen bis 2020 auf 40% des Niveaus von 1990 zu reduzieren, nicht einhalten kann.

Der Nationale Aktionsplan Energieeffizienz (NAPE) sieht daher Folgendes vor (entnommen der Zusammenfassung des Programms vom BMWi)1:

„1. die Einführung neuer wettbewerblicher Ausschreibungen für Energieeffizienz.

2. die Erhöhung des Fördervolumens für die Gebäudesanierung und die Einführung einer von Bund und Ländern getragenen steuerlichen Förderung von Effizienzmaßnahmen im Gebäudesektor. Zur Umsetzung der steuerlichen Förderung wird die Bundesregierung kurzfristig Gespräche mit den Ländern führen, mit dem Ziel, spätestens Ende Februar 2015 eine finale Entscheidung zu treffen.

3. die Schaffung von Energieeffizienznetzwerken gemeinsam mit Industrie und Gewerbe.“

Hendricks verspricht sich viel von dem neuen Paket, denn es könnte eine Einsparung von bis zu 78 Millionen Tonnen CO2 ermöglichen. Das ist mehr als Doppelte von dem, was mit aktuellen Maßnahmen erreicht werden könnte. Diese Zahl kommt durch Einsparungen in verschiedenen Wirtschaftsbereichen zusammen. Die Einsparungen durch mehr Energieeffizienz sollen bis zu 30 Millionen Tonnen CO2 betragen. Im Verkehrssektor soll zum Beispiel durch mehr Schienengüterverkehr eine Einsparung von bis zu zehn Millionen Tonnen CO2 erreicht werden. Außerdem sind Einsparungen von 3,6 Millionen Tonnen CO2 in der Landwirtschaft und drei Millionen in der Abfallwirtschaft durch „Abfallvermeidung, Recycling und Ressourceneffizienz“ geplant. Durch die oben erwähnte „Deckelung“ der CO2-Emissionen von Kraftwerken sollen 22 Millionen Tonnen CO2 eingespart werden. Allerdings dürfen die Betreiber selbst wählen, wie genau sie die Reduktion erreichen, also, ob Maßnahmen nur für eine einzige Anlage oder verteilt auf mehrere Anlagen vorgenommen werden. 

Greenpeace Deutschland hat sich jedoch positiv über die Zielsetzung des Umwelt-Wirtschaftsduos geäußert. Das konkrete Ziel wird in einer Meldung von der NGO gelobt. Allerdings bemängelt sie, dass nicht klar ist, wie es überhaupt erreicht werden soll. Bei allem Wohlwollen bleibt also wie immer abzuwarten, wie durchsetzbar diese Ansätze sind. Der Plan konzentriert sich momentan, wie der Name schon sagt, eher auf Energieeffizienz als auf echte Reduzierungsmaßnahmen.

TheCompensators* sparen schon jetzt kräftig CO2 und ermöglichen es jedem, seinen Schadstoffausstoß zu kompensieren. Wir helfen sogar beim Geschenke finden: Schau dir mal unsere hübschen Geschenkzertifikate an – vielleicht was für deine Lieben? Aber auch ohne weihnachtliche Gefühle lässt sich immer gut kompensieren! Hier geht’s zu unserem Rechner.

 

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*