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Was ist uns der Umweltschutz wert?

Der Großteil der Bevölkerung geht bei sauberer Luft von einem kostenlosen Gut aus, welches man immer und überall kostenlos verbrauchen kann.
Diese Woche wurde eine neue Rekordablöse im Weltfußball von 222 Millionen Euro für einen einzigen Spieler bezahlt. Compensators* zeigen anhand eines kleinen Beispiels auf, wie viel Umweltschutz mit dieser Ablösesumme möglich wäre. Und mit welchem Kleinstbetrag bereits der Umwelt geholfen wird.

Wir bei Compensators* haben uns Gedanken zum Wert einer sauberen Luft gemacht. Überall wird über den Wert eines jeden einzelnen Gegenstands, jedes einzelnen Gutes und der einzelnen Menschen spekuliert. Es wird gemessen, abgeschätzt, berechnet. Der Wert der einzelnen Güter wird über deren Preis wiedergegeben. Ein hoher Preis suggeriert uns einen hohen Wert und die Kostbarkeit. Bedeutet das in letzter Konsequenz, dass ein kostenloses Gut, ein Gut ohne einen Preis auch wertlos ist? Welchen Wert hat sauberes Trinkwasser? Welchen Wert hat Sicherheit? Welchen Wert hat saubere Luft zum Atmen?

Saubere Luft ist ein Menschenrecht und mit keinem Geld der Welt aufzuwiegen

Warum ist uns, „der Gesellschaft“, ein so kostbares Gut wie die Luft zum Atmen so wenig wert, während wir anderen Bagatellen und Trivialitäten jeder Art einen vergleichsweise immens hohen Wert beimessen. Um diese seltsamen Prioritäten einmal anschaulich darzustellen, sehen wir uns Folgendes an: Diese Woche wurde der Wechsel des Fußballspielers Neymar vom FC Barcelona zum PSG Paris offiziell verkündet. Die Ablösesumme beträgt stolze 222 Millionen Euro. Einige Tage vorher veröffentlicht der SPIEGEL eine Auswertung über die Durchschnittsgehälter in Deutschland.

Das Durchschnittseinkommen liegt demnach in Deutschland bei 3441 Euro brutto pro Monat. Das sind 41.292 Euro pro Jahr. Lassen wir bewusst die Abzüge von Lohnsteuern und Sozialabgaben außen vor, lässt sich der Wert Neymars auf dem Arbeitsmarkt mit 5376 durchschnittlichen Arbeitnehmern in Deutschland gleichsetzen. Es ist keine Frage, ein einzelner Mensch kann niemals deutlich über 5000 andere Menschen aufwiegen, es geht bei dieser Fragestellung auch nicht um die Verhältnismäßigkeit der bezahlten Ablösesumme. Führen wir uns stattdessen vor Augen, welche hohen Summen mittlerweile gesellschaftlich als akzeptabel gelten und welche Kleinstbeträge als inakzeptabel betrachtet werden.

Täglich 16 Cent machen den Unterschied

Mit einigen einfachen Beispielen möchte ich vor Augen führen, welchen Wert wir dem Umweltschutz zumessen. Laut einer Auswertung des Umweltbundesamts ist jeder Einwohner Deutschlands für die Erzeugung von durchschnittlich 11 Tonnen CO2 verantwortlich. Der Preis für eine Tonne CO2 an der Börse liegt aktuell bei 5,38 Euro pro Tonne CO2. Auf das gesamte Jahr umgerechnet müsste jede und jeder Einzelne täglich 16 Cent aufwenden, um ihren oder seinen gesamten CO2-Fußabdruck zu kompensieren. Zum Vergleich: Für 16 Cent bekommt man etwa ein Kaiserbrötchen beim Bäcker, eine Zigarette oder eine Flasche Wasser beim Discounter.

880 – 902 Millionen Tonnen CO2 jährlich

Stellen wir einmal die Modellrechnung mit den vorhandenen Durchschnittswerten auf: In Deutschland leben nach aktuellen Schätzungen ca. 80 – 82 Millionen Menschen. Wie oben erwähnt, sind alle EinwohnerInnen für je 11 Tonnen CO2 verantwortlich. Mit der Bevölkerungszahl hochgerechnet ergibt das 880 Millionen bis zu 902 Millionen Tonnen CO.

Für Neymars 222 Millionen Euro können knapp 41,264 Millionen Tonnen CO2 gekauft werden. 222 Millionen Euro entsprechen zum Beispiel 4,57 Prozent bis 4,69 Prozent der gesamten deutschen CO2-Emissionen oder 3,751 Millionen durchschnittlichen CO2-Fußabdrücken. Dieses Beispiel zeigt deutlich den gesellschaftlich geringen Wert, der einer sauberen, lebenswerten Umwelt mit sauberem Wasser und sauberer Luft zugesprochen wird.

Was würden Sie mit 220.000.000 Euro machen?

Unterstützen Sie Compensators* und machen Sie die Welt zu einem besseren, sauberen Ort.

Text: Peter

 

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