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Die “taz” schreibt über Compensators*

Die taz hat unsere Vorstandsvorsitzende Antonella Battaglini zum Emissionshandel und zu unserem compensate!-Konzept befragt. Es bleibt dabei: „Der Emissionshandel ist erlahmt“. Für unseren Ansatz, selbst verursachte Emissionen finanziell zu kompensieren, ernten wir zuweilen auch Kritik. Die taz fragt im Interview, ob das nicht „eine Art Ablasshandel“ sei.

Natürlich sagen auch wir: Der erste Schritt ist die Vermeidung von Emissionen. Erst dann folgt der zweite Schritt der Kompensation. In anderen Worten: Auch wir plädieren dafür, das Auto stehen zu lassen und lieber aufs Fahrrad zu steigen. Aber Compensators* geben jedem Konsumenten und jeder Konsumentin die Möglichkeit, sozusagen bei den Großen mitzumischen und sich am Emissionshandel zu beteiligen. Ihr spendet, wir löschen. Die Politik hat mit dem Emissionshandel ein System erfunden, das aufgrund eines absurden Überangebots von Verschmutzungslizenzen völlig marode ist.

Eine Aufgabe von Compensators* ist, darauf aufmerksam zu machen. Wie Antonella im Interview sagt: Wenn morgen eine Million Menschen je ein Zertifikat kaufen, beeinflusst das den Markt immens und sendet ein unverkennbares Zeichen an die Politik.

Lest hier das Interview in der taz!

319 Tonnen CO2 aus dem ETS „geschubst“

Im Januar 2017 haben die Compensators* bereits Spenden in Höhe von rund 1.600 Euro verbucht und dafür CO2-Emissionsrechte für 319 Tonnen unwiderruflich gelöscht. Den Kickstart ins neue Jahr verdanken wir einer Kooperation mit den Umweltökonomen der Universität Hamburg. Dort untersuchen Prof. Dr. Grischa Perino und Hendrik Bruns , wie sich so genannte “Nudges” auf freiwillige Beiträge zum Klimaschutz auswirken.

“Nudges”, zu Deutsch “Schubser”, stoßen auf zunehmendes Interesse in der Umweltforschung und –politik mit dem Ziel, individuelles Umweltverhalten durch solch kleine, fast unmerkliche “Schubser” positiv zu beeinflussen. Hendrik Bruns und Prof. Dr. Grischa Perino fragen in ihren verhaltensökonomischen Experimenten unter anderem, ob es eine Rolle spielt, welche Personen oder Institutionen die Empfehlung zum Klimaschutzbeitrag aussprechen. Neben den Compensators* hat auch die Bundestagsabgeordnete und Compensators*-Mitglied Dr. Julia Verlinden das Forschungsprojekt unterstützt.

“Ein ungewöhnlicher Weg”

Die GEO erwähnt uns in einem Beitrag über Klimaschutz! Unser Ansatz, die Lizenz zum Verschmutzen einfach zu löschen, sei “ziemlich ungewöhnlich”. Wie nehmen’s als Kompliment und kompensieren fleißig weiter!

Wir feiern Zehnjähriges!

TheCompensators* feiern Zehnjähriges! Zur Feier des Tages gibt’s hier zehn Fakten über uns!

1. In den letzten zehn Jahren haben wir 15.267 Tonnen CO2 gelöscht!

2. Bei den Compensators* mitwirken macht gute Luft und Laune 😀

3. Phineo empfiehlt uns: Wir wirken!

4. Was uns von anderen Kompensations-Anbietern unterscheidet: Wir kompensieren vor der eigenen Haustür!

5. Gegründet wurden TheCompensators* von Wissenschaftlern des Potsdam-Instituts.

6. Im vergangenen Jahr haben wir mit einer Crowdfunding-Aktion Spenden gesammelt und für alle Abgeordneten des Europaparlaments Zertifikate gekauft und gelöscht. An einige der Abgeordneten haben wir die Zertifikate sogar persönlich übergeben.

7. Im vergangenen Jahr sind die Compensators* Gegenstand von ökonomischer (Spenden)verhaltensforschung geworden: Can Nudges Be Transparent and Yet Effective?

8. Bei Bonsum kann man nachhaltig shoppen, Punkte sammeln, und diese an TheCompensators* spenden. Außerdem findet man uns bei PlanetHelp und Gooding.

9. Zivilgesellschaftliche Akteure sind im Emissionshandel eigentlich nicht vorgesehen. TheCompensators* machen trotzdem mit!

10. Mit unseren Geschenkzertifikaten kann man Klimaschutz verschenken!

Weitere 2960 Verschmutzungsrechte vom Markt genommen

TheCompensators* haben Verschmutzungsrechte für 2960 Tonnen CO2 gelöscht. Hier findest Du unseren neuesten Kontoauszug.

Insgesamt haben wir damit bereits 15.267 Emissionsrechte dem Markt entzogen!!

10 Jahre EU ETS – Das geht besser!

Die Idee, den Nachfrage- und Angebotsmechanismus eines Marktes auch für Emissionen zu nutzen, bleibt genial. Die Umsetzung des Emissionshandelssystems, die Vergünstigungen und Ausflüchte für beteiligte Branchen ermöglicht, muss aber aufs Schärfste kritisiert und unbedingt reformiert werden. Anlässlich des zehnjährigen Bestehens des EU ETS schauen wir zurück auf die verschiedenen Handelsperioden und beleuchten Lösungsansätze und neue Ideen des International Center of Climate Governance (ICCG).

 

Rückblick – Fehl- und Überallokation der Emissionsrechte

1. Handelsperiode (2005-2007):

Durch die Herausgabe zu vieler Emissionsrechte entsteht schon früh ein Überangebot. Die überschüssigen Zertifikate können nocht nicht zurückgestellt werden und in die 2. Periode übergehen, sie sind also nicht ertragsfähig. Der Markt wird vom Misstrauen potentieller Investoren getroffen.

2. Handelsperiode (2008-2012)

Die Wirtschaftskrise löst weltweit Produktionsrückgänge aus, so dass die gesetzte Emissionsgrenze (Cap) nicht überschritten wird; es bliebt beim Überangebot an Emissionsrechten. Und was passiert mit dem Preis, wenn Überangebot herrscht? Er fällt. Während dieser Handelsperiode fällt er auf ein solches Niveau, dass es sich nicht lohnt, in Alternativen zu investieren. Mit anderen Worten: Es ist für Unternehmen billiger, für überschüssige Emissionen zu bezahlen, als sich um saubere Technologien zu kümmern. An der Krise und Rezession zeigt sich also auch ein weiteres Problem: Die Emissionen in absoluten Zahlen zu messen, hilft nicht unbedingt beim Messen der Effektivität des EU ETS, schließlich kann der Ausstoß klimaschädlicher Gase auch zurückgehen, weil Unternehmen von der Wirtschaftkrise betroffen sind und weniger produzieren.

3. Handelsperiode (2013-2020)

Im Gegensatz zu den ersten beiden Perioden werden Emissionsrechte nun nicht mehr verteilt, sondern hauptsächlich versteigert. Zum Überangebot an Zertifikaten gesellen sich zudem andere Möglichkeiten, Emissionen zu kompensieren (Joint Implementation und Clean Development Mechanism), was den Emissionsrechte-Überschuss ebenfalls verschärft. Der aktuelle Preis pro Tonne CO2 hat sich zwischen 6 und 8 € eingependelt.

 

Lösungen

Die Lösungsfindung gestaltet sich in einem so komplexen System mit so vielen verschiedenen Ländern und Interessen als ausgesprochen schwierig. Zwei Lösungsansätze sind bereits auf den Weg gebracht worden. Wie effizient sie sind, bleibt abzuwarten.

Backloading

Im Jahr 2014 wurden im Rahmen des sogenannten Backloading 900 Millionen Emissionsrechte vom Markt genommen, um den Überschuss zu kompensieren. Allerdings: Der CO2-Preis zeigt sich von der Maßnahme unbeeindruckt.

Marktstabilitätsreserve

Die MSR bietet eine Ober- und Untergrenze für Emissionszertifikate auf dem Markt. Ab 2019 soll es sich so verhalten: Befinden sich mehr als 833 Millionen Emissionszertifikate auf dem Markt, werden 12 Prozent davon weggenommen und in der Reserve “gelagert”. Befinden sich weniger als 400 Millionen Zertifikate im System, werden diese etwa 100 Millionen Zertifikate wieder auf den Markt entlassen. Wie es Carlo Carraro, Direktor der Abteilung für Klimaeinflüsse und -politik am ICCG ausdrückt: „Sie [die MSR] wird dabei helfen, die Zertifikateschwemme zu reduzieren, den CO2-Preis zu steigern und das in einer angemessenen Zeitspanne.” Leider prognostiziert Carraro auch, dass es bei dem antizipierten Überschuss an Zertifikaten 10 bis 15 Jahre ab Einführung der MSR dauern dürfte, bis das EU ETS wieder zu einem effizienten Markt wird. Und: Die MSR wird die faktische Menge an emittiertem CO2 nicht senken, denn die Höhe des Cap ändert sich ja nicht. Entsprechend sollte man also die Rate, zu der jede Periode weniger Rechte ausgeschüttet werden, erhöhen (momentan sind es 1,74 Prozent, nächste Periode 2,2 Prozent).

Ob die MSR einen willkommenen Effekt auf die Preisentwicklung haben wird (die Ankündigung ihrer Einführung hatte jedenfalls keinen nennenswerten) bleibe abzuwarten, so das ICCG in einem kurzen Report zur MSR. So wie TheCompensators* sagt auch das Center: „Wenn man nichts tut, um den Überschuss “körperlich” zu verkleinern [also: Zertifikate absolut vom Markt zu nehmen], wird das ETS weiterhin kaum Einfluss auf die CO2-Emissionen in der EU ausüben, und zwar für die meiste oder gar die ganze Zeit der Handelsperiode bis 2030.”

 

Neue Denkanstöße

Bei der Marktstabilitätsreserve und dem Backloading kann es also nicht bleiben. Es ist schon einmal eine gute Nachricht, dass die 900 Millionen zurückgestellten Zertifikate in die MSR übergehen sollen. Lösungen, die das System schneller reparieren, müssen aber trotzdem her.

Sektorspezifische Preise und leistungsabhängige Zertifikate

Für einen Lösungsansatz muss man sich laut ICCG Folgendes vor Augen halten: Die beiden dominierenden Branchen im europäischen Emissionshandel – Kraftwerke sowie die energieintensive Industrie – haben unterschiedliche Interessen: Während Kraftwerke von hohen CO2-Preisen profitieren, weil sie mehr für ihre Leistung verlangen können und nicht in einem globalen Strompreis-Wettbewerb stehen, bedeuten hohe CO2-Preise für energieintensive Unternehmen höhere Kosten und weniger Profit, denn diese befinden sich sehr wohl in einem internationalen Wettbewerb. Deshalb könnte es sinnvoll sein, an die Stelle des aktuell homogenisierten Marktpreises einen variablen Preis zu setzen, der von der jeweiligen Kohleintensität und Produktionszielen abhängt. Die energieintensive Industrie habe also wenig Anreiz, sich auf etwas anderes als „unsauberen Strom“ zu konzentrieren, schließlich sei der billig. Der Thinktank schlägt daher vor, an diese Industrien kostenlose Emissionsrechte zu vergeben, um von ihnen den Wettbewerbsdruck zu nehmen und das Phänomen des „Carbon Leakage“ (Unternehmen verlegen ihre Produktion in ein Land, in dem weniger strengere Energie-Standards herrschen) zu vermeiden.

Carraro bezieht sich zudem auf eine Studie des Beratungsunternehmens Ecofys, derzufolge es effizienter ist, Emissionsrechte nicht aufgrund von historischen Zahlen zu verteilen, sondern anhand aktueller Produktionsniveaus, sodass u.a. mehr „Anreize für kohlenstoffarmes Wachstum“ geboten werden. Der Ansatz, genannt “dynamische Allokation”, wäre also leistungsbasiert. Freilich darf die Emissionsgrenze nicht zu niedrig angesetzt sein – das würde „Carbon Leakage“ unterstützen.

Das System ausweiten – branchenbezogen und geographisch

Von der Idee, den Emissionshandel um die Sektoren Flug- und Straßenverkehr auszuweiten, ist das ICCG weniger begeistert: Flugverkehr gehört praktisch ohnehin schon dazu (man denke allein an Organisationen wie atmosfair, die dem Clean Development Mechanism zu einer gewissen Berühmtheit verholfen hat), der Transportsektor unterliege bereits so vielen anderen Regelungen und Bedingungen, das System sei schon komplex genug. Noch eine Größe mit anderen Ansprüchen an das System zu inkludieren könne alles noch komplizierter machen. Der Punkt ist nachvollziehbar, nichtsdestotrotz möchten wir an dieser Stelle an das Kalifornien-Québec-System erinnern, wo die Hinzunahme des Transportsektors wunderbar geklappt hat.

Auch ein Vorschlag, aber ebenfalls kaum durchsetzbar, wäre ein globaler Emissionshandel. Doch auch hier sieht das ICCG das Problem der Unvereinbarkeit zahlreicher unterschiedlicher Ansprüche an ein System – manche Länder müssten sich zum Beispiel bereit erklären, weniger zu emittieren als andere.

 

Nicht warten, handeln!

Was auch immer in Zukunft mit dem ETS geschehen wird – eine absolute Vernichtung von Emissionszertifikaten bieten TheCompensators* schon jetzt an. Bei uns kannst du ganz einfach jetzt schon CO2 kompensieren und zu einem besseren Emissionshandel beitragen. Compensate!

Die Reform kommt 2019

Das Europäische Parlament und die Mitgliedsländer haben sich auf die Einführung einer Marktstabilitätsreserve ab Januar 2019 geeinigt. Experten erwarten durch diesen Schritt eine Verbesserung des EU ETS, die dringend geboten ist, wenn die EU ihre ambitionierten Klimaziele bis 2020 einhalten will.

Zeitpunkt und Backloading

Die Marktstabilitätsreserve hat die Aufgabe, den Emissionshandel über Mengenregulation zu reparieren. Der Mechanismus greift, wenn die Anzahl Zertifikate eine bestimmte Grenze über- oder unterschreitet. Je nachdem werden überschüssige Zertifikate zurückgehalten oder wieder ausgegeben. So soll sich das Preisniveau stabilisieren, das momentan viel zu gering ist.

Energypost.eu beschreibt die Absprache als „historisch“, weil die Mitglieder des Europäischen Parlaments (MdEPs) und die Mitgliedsstaaten eine so einhellige Lösung für einen Entwurf gefunden haben. „Normalerweise“, lautet es im Artikel, „kämpfen MdEPs für strengere Inhalte, während die Mitgliedsstaaten lieber mildere Gesetze sehen.“ Wobei: Der Rat einigte sich auch auf die Einführung von “Solidaritätszertifikaten”. Diese sollen 10% aller Zertifikate eines Jahres ausmachen, nicht Teil der Marktstabilitätsreserve sein und an Länder in Zentral- und Osteuropa ausgehändigt werden. Diese Länder sind dann also von der Stabilitätsreserve nicht betroffen.

Die Marktstabilitätsreserve wirkt sich auch auf das sogenannte „Backloading“ aus. 2014 hatte die Kommission 900 Millionen Zertifikate vom Markt genommen, um diesen zu stabilisieren. Diese Zertifikate sind aber nicht wertlos geworden, sondern sollten 2019 bis 2020 auf den Markt zurück geführt werden.

Umweltschützer wollen mehr, Industrie weniger

Die NGO Sandbag begrüßt den Reformschritt, will von den Mitgliedsstaaten aber mehr: Für die Zeit nach 2020, die bei der Klimakonferenz im Dezember 2015 diskutiert wird, sollen die Mitgliedsstaaten eine „signifikante“ Menge an EUAs löschen, hieß es in einer Pressemitteilung.

Indes äußerte sich die europäische Stahlassoziation Eurofer in einer Presseerklärung „ernsthaft besorgt über die frühere Implementierung der Marktstabilitätsreserve“. Die erwartete Preissteigerung in den künftigen Jahren würde ein Risiko für die Branche darstellen: „Stahlproduzenten innerhalb der EU werden bezüglich ihrer internationalen Wettbewerber noch schwierigere Zeiten haben, denn diese werden nicht mit solchen CO2-Kosten konfrontiert.“

Baut es aus!

Dies ist in der Tat ein Punkt, der das Klimaproblem wieder aufs Globale bringt und daher bei der Klimakonferenz in Paris intensiv diskutiert werden muss: Das Phänomen des sogenannten „carbon leakage“ – also das Ansteigen von CO2-Emissionen in einem Land aufgrund der Reduktionen von CO2-Emissionen in einem anderen Land mit strengeren klimapolitischen Auflagen – verursacht für Kraftwerksbetreiber Anreize, in Länder mit schwächeren Naturschutzgesetzen abzuwandern.

Deshalb müssen Emissionshandelssysteme weiter ausgeweitet werden. Dass Emissionshandelssysteme funktionieren können, zeigt das kanadisch-kalifornische System, das vor ein paar Monaten auch den Transportsektor integriert hat. Solange bei uns über solche Optionen aber nur diskutiert wird, bleibt die Marktstabilitätsreserve ein Schritt auf dem langen Weg, das Europäische Emissionshandelssystem nachhaltig zu verbessern.

Schwelle überschritten

Im März 2015 wurde zum ersten Mal eine Grenze überschritten: Die Konzentration von Treibhausgasen in unserer Atmosphäre hat einen Rekordwert erreicht, der 400 ppm (parts per million) übersteigt so die National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA). Seit Beginn der Messungen im Jahr 1880 ist dieser Wert noch nicht so hoch gewesen.

Man halte sich vor Augen: Seit den 1990er Jahren – gerade mal seit 20 Jahren also – wird über CO2-Reduktionen politisch diskutiert. In dieser Zeit ist der globale CO2-Ausstoß um 60 % gestiegen. Wir sägen am eigenen Ast. Auf geht’s: Kompensieren!

In diesem Artikel der NOAA findet ihr mehr Details zum Trend, den wir bald nicht mehr umkehren können.

Ein warmer Winter macht noch keine Wende

Einer Studie des Umweltbundesamts zufolge sanken im Jahr 2014 die CO2-Emissionen in Deutschland um 4,3 Prozent im Vergleich zum Jahr 2013 – das sind 41 Millionen Tonnen CO2. Noch wichtiger: 2014 wurden 912 Tonnen Treibhausgase von sämtlichen Energieverbrauchern (Haushalte, Verkehr, Industrie etc.) emittiert – das ist ein Rückgang der Emissionen um 27 Prozent im Vergleich zum Jahr 1990 und überhaupt erstmals ein Rückgang seit 2010. Bekanntlich möchte Deutschland ja seine Emissionen bis 2020 um 40 Prozent im Vergleich zu 1990 senken.

Allerdings liegt der Grund für den Rückgang nicht in revolutionären Einsparungen durch mehr erneuerbare Energien, weniger Kohlestrom oder gar einen höheren Preis für CO2-Emissionen. Nein, der Rückgang wurde durch etwas ganz Einfaches herbei geführt. Umweltministerin Barbara Hendricks drückt es so aus: “Der Trend weist endlich wieder in die richtige Richtung. Ein Großteil der Minderung war 2014 auf den milden Winter zurückzuführen. Aber einen Teil des Rückgangs haben wir echten Fortschritten beim Klimaschutz zu verdanken”. Wahrhaftig fühlt es sich aber so an: Der deutsche Winter war schlicht nicht bitter genug. Es wurde weniger geheizt! Da schreit doch nicht nur der Zyniker: Am warmen Winter spürt man den Klimawandel.

Trotzdem handelt es sich bei diesem Emissionsrückgang um gute Nachrichten. Also: Nicht die Hände in den Schoß legen, sondern weiter kräftig CO2-Emissionen kompensieren! Unser Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel macht es schon ganz richtig und schlägt das Löschen von CO2-Emissionszertifikaten vor. TheCompensators* finden das großartig, nicht zuletzt, weil wir es schon seit Jahren machen. So kommt Bewegung in die Wende!

Gabriel hat’s kapiert und kopiert TheCompensators*-Idee

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Die Zeit wird knapp für Deutschlands Klimaziele. 40% der Emissionen bis 2020 einzusparen, wird nicht funktionieren, das hat auch Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel begriffen. Deshalb schlägt er eine Lösung vor, die unserem Konzept ähnelt: Zusätzlich zum kaputten europäischen Emissionshandelssystem, durch das gegenwärtig kaum CO2 gelöscht werden kann, wünscht er sich eine „nationale Klimaschutzabgabe“.

Alte Kohlekraftwerke (d.h.: älter als 20 Jahre), die besonders umweltschädlich sind, sollen demnach ab einem jährlichen CO2-Ausstoß von sieben Millionen Tonnen CO2 18 bis 20 Euro pro emittierte Tonne entrichten. Mit den neuen Einnahmen sollen CO2-Emissionszertifikate gekauft und gelöscht werden. Je weniger Zertifikate erworben werden können, desto mehr steigt die Nachfrage und desto teurer wird ein Zertifikat. Umweltschützern ist der Ansatz zu zaghaft: Die betroffenen Kohlemeiler decken nur 10% der fossilen Stromgewinnung ab. Vertreter der Industrie hingegen protestieren schon lauthals, ihnen ist Gabriels Plan zu streng.

Mehr zum Thema im Artikel der Frankfurter Rundschau sowie auf den Websites des Umwelt- und des Wirtschaftsministeriums.

TheCompensators* sagen: Herr Gabriel, unsere Unterstützer und wir löschen schon seit Jahren fleißig Zertifikate, wir gratulieren zu einer guten Idee! Wer nicht so lange warten will, bis das EU ETS durch die zusätzliche Abgabe erweitert wird, kann über unseren CO2-Rechner nach Herzenslust kompensieren – einfach die gewünschte Spendensumme oder CO2-Menge eingeben und persönlich zur Klimawende beitragen!

Andere Länder, andere Emissionshandelssysteme

Im Januar 2014 legten die kanadische Provinz Québec und der US-amerikanische Staat Kalifornien ihre Kohlenstoffmärkte zusammen, “linkten” sie also. Im Februar dieses Jahres fand die zweite Versteigerung von Emissionszertifikaten statt – mit einem beeindruckenden Ergebnis.

Davon könnte sich unser ETS eine Scheibe abschneiden: Vor einem Monat wurden im amerikanisch-kanadischen Cap-and-Trade-System alle der 73.610.528 im Jahr 2015 verfügbaren Emissionsrechte mit einem Erlös von 1,02 Milliarden US-Dollar versteigert – und das bei einer dreifach so großen Menge wie bei der ersten Versteigerung im November 2014 und unter Hinzunahme von Emissionsberechtigungen aus dem Transportsektor (Kraftstoffe).

Der Preis eines einzelnen Emissionszertifikates betrug dabei 12,21 US-Dollar (zum Vergleich: Im EU ETS sind es momentan 7 Euro, was etwa 7,66 US-Dollar entspricht). Zusätzlich wurden 10.431.500 Zertifikate für das Jahr 2018 zu einem Preis von je 12,10 US-Dollar versteigert. Diese sind reservierte Emissionsrechte, die allein für das betreffende Jahr gelten, aber schon zum jetzigen Zeitpunkt gekauft werden können. Bei der ersten Versteigerung waren reservierte Zertifikate für das Jahr 2017 um 12 Cent teurer. Experten zufolge ist das eine sehr positive Entwicklung: Sie zeigt, dass der Markt als stabil und ausbaufähig wahrgenommen wird. Die Erträge aus der Aktion fließen in Maßnahmen zur Kompensation, also Erneuerbare Energien oder Projekte für Emissionsreduktion.

Besonders spannend ist die erwähnte Erweiterung des Systems um Emissionen aus Kraftstoffen für den Verkehr, Kaliforniens größte Emissionsquelle. Durch diese Integration des Transportsektors hat sich die Marktgröße beinahe verdoppelt, und das subnationale Emissionshandelssystem Kalifornien-Québec ist nun das drittgrößte der Welt (nach dem EU ETS und China).

Eure Spendenbescheinigungen für 2014 sind auf dem Weg!

Liebe Mitglieder und SpenderInnen!

Dank Euch übertreffen die Spendeneinnahmen von 2014 die Spenden der Vorjahre – dafür danken wir euch ganz herzlich!

Wir sind aktuell noch dabei, den Jahresabschluss 2014 zu erstellen – wenn dies abgeschlossen ist, bekommt Ihr auch Eure Spendenbescheinigungen!

TheCompensators* arbeiten nach wie vor ehrenamtlich. Deswegen haben wir sehr geringe Verwaltungskosten, sodass praktisch Eure gesamten Spenden für die Kompensation verwendet werden. Der Nachteil: Wir engagieren uns zusätzlich zu unseren Vollzeitjobs für die Verbesserung des Emissionshandels und deswegen dauert die Bearbeitung Eurer Spenden manchmal ein bisschen länger.

Wir setzen alles daran, dass die ersten Bescheinigungen Anfang bis Mitte März rausgehen und dass die letzten deutlich vor Fristablauf der Einkommensteuererklärung verschickt werden. Verspätungen gibt es manchmal, wenn wir Eure Adressen oder E-Mail-Adressen erst recherchieren müssen.

Vielen Dank für Euer Verständnis!

Eure Compensators*

Umwelt-Ausschuss stimmt für zügige Reform des ETS

Ist das kaputte ETS reparabel? Die gestrige Abstimmung des Umweltausschusses des EU-Parlaments macht Hoffnung auf eine vergleichsweise zügige Reform: Der Gesetzesentwurf mit der sogenannten Marktstabilitätsreserve, welche die Anzahl von CO2-Emissionszertifikaten auf dem Markt regeln soll, wurde von den Abgeordneten im Ausschuss angenommen. Zusätzlich schägt der Ausschuss vor, dass vorübergehend zurückgehaltene Zertifikate nicht automatisch wieder auf den Markt kommen (hier geht es um das sogenannte Backloading, das im vergangenen Jahr beschlossen wurde).

Verbesserung früher als gedacht?

Die Marktstabilitätsreserve hat die Aufgabe, den Emissionshandel über Mengenregulation zu reparieren. Der Mechanismus greift, wenn die Anzahl Zertifikate eine bestimmte Grenze über- oder unterschreitet. Je nachdem werden überschüssige Zertifikate zurückgehalten oder wieder ausgegeben. So soll sich das Preisniveau stabilisieren, das momentan viel zu gering ist.

Während sich die EU-Kommission eine Einführung der Marktstabilitätsreserve erst für 2021 gewünscht hatte, sprach sich der Ausschuss für einen früheren Start der Reform aus: zum 31. Dezember 2018.

“Backloading” integrieren

Das 2014 beschlossene “Backloading”, also das “Zurückstellen” von 900 Millionen CO2-Emissionszertifikaten in den Jahren 2014 bis 2016 wurde in einer separaten Abstimmung ebenfalls berücksichtigt: Der Ausschuss sprach sich dafür aus, die “Stand-by-Zertifikate” nicht wie geplant im Jahr 2019 wieder für den Handel zugänglich zu machen, sondern sie einfach in die Marktstabilitätsreserve zu integrieren.

Es bleibt abzuwarten, wie das EU-Parlament entscheidet. MdEP Ivo Belet von der Fraktion der Europäischen Volkspartei ist vom Ausschuss mit den Verhandlungen mit den EU-Mitgliedstaaten beauftragt worden. Deutschland wird einer frühen Reform zustimmen – sie ist essentiell für das Erreichen der strengen Klimaziele.

10 Jahre Kyoto-Protokoll

2015 ist für das Klima ein bedeutendes Jahr – nicht nur wegen der alles entscheidenden Klimakonferenz im November und Dezember in Paris. Es ist auch genau zehn Jahre her, dass das Kyoto-Protokoll in Kraft trat. Die ARD hat sich ein kleines Quiz überlegt – wie fit bist du in Sachen Verschmutzungsrechte?

Finde es heraus!

Vor zehn Jahren, also 2005, begann übrigens auch die erste Handelsperiode des ETS – CO2 bekam für Industrieunternehmen in der EU erstmals einen Preis. Ein Zertifikat kostete damals noch 22 € – ein Traum im Vergleich zu den viel zu niedrigen 6-8 € heutzutage. Viel zu spät bemerkte die EU-Kommission, dass die Anzahl der Zertifikate zu hoch war. Während der Finanz- und Wirtschaftskrise überschwemmten immer mehr Zertifikate den Markt und auch heute haben wir einen exorbitanten Überschuss.

Lies hier die komplette Chronik, erstellt vom Thinktank Agora Energiewende!

Nächste Woche berät der Umweltausschuss des Europäischen Parlaments über die sogenannte Marktstabilitätsreserve. Gelingt mit diesem Mechanismus die Reform? Können Regulierungsmechanismen das gescheiterte Angebot-Nachfrage-System kitten?

TheCompensators* bieten Dir die Möglichkeit, jenseits des institutionellen Bereichs CO2 zu kompensieren. Besuche unseren Spendenseite! Denn wir handeln nicht mit CO2, wir löschen es für immer.

ETS-Reform schon in zwei Jahren?

Die Chancen auf eine etwas schnellere ETS-Reform sind gestiegen. Im normalerweise eher wirtschaftsfreundlichen Industrieausschuss des Europäischen Parlaments scheiterte am Dienstag knapp ein Antrag, einen Teil der Verschmutzungsrechte erst ab 2012 vom Markt zu nehmen.

Durch dieses Scheitern ist jetzt der Umweltausschuss des Europäischen Parlaments am Zug. Dieser dürfte sich für eine Reform ab 2017 – also in zwei Jahren – aussprechen. Anschließend folgt eine Abstimmung im Plenum des Parlaments. Die Hoffnung ist, dass die Gesamtheit der Abgeordneten dem Umweltausschuss folgt und eine Reform schon früher als bisher geplant kommt.

Hauptelement der von der Europäischen Kommission vorgeschlagenen Reform ist die sogenannte Marktstabilitätsreserve. Dieser Mechanismus soll den Überschuss an Zertifikaten regulieren: Bei einem Überangebot an Zertifikaten (also einem zu niedrigen Preis fürs Verschmutzen) werden neue Zertifikate zurückgehalten. Steigt der Preis anschließend deutlich, werden die Verschmutzungsrechte wieder freigegeben.

Detaillierte Informationen bietet die European Voice auf ihrer Internetseite.

Schönreden ist nicht mehr

http://www.bloomberg.com/graphics/2014-hottest-year-on-record/

“Streitet das mal ab”, schreibt die Bloomberg-Redaktion herausfordernd. Mit Daten des National Climatic Data Centers hat sie eine simple, aber eindrucksvolle Animation erstellt: Die globalen durchschnittlichen Temperaturwerte der letzten 135 Jahre für Wasser und Land bewegen sich ruckartig und zielstrebig nach oben und entlarven 2014 als das heißeste Jahr dieser Auswahl. Die Werte werden in Grad Fahrenheit unter bzw. über dem Durchschnittswert des 20. Jahrhundert angegeben.
Wissenschaftsjournalist Tom Randall, einer der Bloomberg-Autoren, brachte es schon letzten Sommer auf den Punkt: “Wirklich erschreckend ist nicht, dass wir einen neuen Rekord erreicht haben, sondern dass wir in einer Zeit leben, in der sich die Rekorde häufen.” Man müsse nicht lange nach dem heißesten Mai in den Vorgängerjahren suchen, hingegen liege ein kühler Mai richtig lange zurück. Seit 2010 hätten wir vier der insgesamt fünf heißesten Maimonate gehabt. Der Maimonat, der als nächstes von heute aus unter dem durchschnittlichen Richtwert des 20. Jahrhunderts liegt, sei 39 Jahre her.
Schönreden ist keine Option mehr. Verzagen aber auch nicht. Wir müssen handeln! Wir kämpfen gegen den Klimawandel, indem wir direkt bei den Verschmutzern anfangen und ihnen ihre Emissionslizenzen wegkaufen. Helft TheCompensators* und tragt zum Abkühlen unseres Planeten bei!

Klimaschutz statt Schnickschnack für die Kundschaft

Axel und Liudmila Schleicher

Axel and Liudmila Schleicher

Schon zum zweiten Mal beschert die Schleicher Blechbearbeitung GmbH aus dem nordrhein-westfälischen Heinsberg ihren Kundinnen und Kunden besonders effiziente Geschenke: Zu Weihnachten gibt es gelöschte Emissionszertifikate! Geschäftsführer Axel Schleicher und seine Angestellten schnüren so auch dieses Jahr wieder waschechte Klimaschutzpakete.

Axel Schleicher findet, für den individuellen Beitrag gegen die Erderwärmung sei es am sinnvollsten, der Industrie ihre Verschmutzungsrechte “wegzukaufen”. In einem kurzen Schreiben an die Kunden erklärt er: “Wieviel CO2 wird eingespart, wenn Sie eine Stromsparlampe einschrauben oder eine Photovoltaikanlage auf Ihrem Dach installieren? Leider überhaupt keines.”

Diese ernüchternde Tatsache resultiere daraus, dass die Menge der klimaschädlichen Gase, welche die europäische Industrie emittieren darf, höher angesetzt ist als die Menge der benötigten Zertifikate. “Von Ihnen ‘eingespartes’ CO2 führt dazu, dass das entsprechende Verschmutzungsrecht vom Kraftwerksbetreiber nicht mehr benötigt wird. Er verkauft es, was zwangsläufig bedeutet, dass es jemand kauft und nutzt. Der gemeinnützige Berliner Verein TheCompensators dagegen kauft und löscht das Zertifikat. Das CO2 wird de facto nicht mehr emittiert.”

TheCompensators* hätten es nicht besser ausdrücken können! Wir freuen uns über die großzügige Spende und ein neues Vereinsmitglied – die Schleicher Blechbearbeitung GmbH unterstützt uns ab jetzt nicht nur zu Weihnachten, sondern das ganze Jahr. Denn CO2-Kompensation hat immer Saison!

Effizienz, um Kohle zu schonen?

Vor zwei Wochen fragte die ZEIT, „Beerdigt Sigmar Gabriel gerade heimlich die Klimawende?“. Letzte Woche brachten Spiegel und Reuters dann jedoch die Neuigkeit, unser Wirtschaftsminister wolle Stromversorger zwingen, den CO2-Ausstoß ihrer fossilen Kohlekraftwerke zu drosseln. Umgehend traf sich Gabriel mit Deutschlands führenden Energieversorgern und am Mittwoch kündigten Gabriel und Umweltministerin Barbara Hendricks ein brandneues Klimapaket an, bestehend aus einem Aktionsprogramm und einem „Energieeffizienzplan“ – und tatsächlich sind nun für deutsche Kraftwerke deutliche Emissionsminderungen vorgesehen. So schnell kann’s gehen. Und das, nachdem Gabriel gerade erst ein paar Greenpeace-Aktivisten beim Anti-Kohleprotest während einer Presseveranstaltung mit dem altbekannten „Wenn wir Wohlstand wollen, können wir nicht auf Kohle verzichten“-Argument abgespeist hatte.

Was hat den Meinungsumschwung gebracht? Laut Spiegel bangt die Bundesregierung, dass sie ihr Ziel, die Schadstoffemissionen bis 2020 auf 40% des Niveaus von 1990 zu reduzieren, nicht einhalten kann.

Der Nationale Aktionsplan Energieeffizienz (NAPE) sieht daher Folgendes vor (entnommen der Zusammenfassung des Programms vom BMWi)1:

„1. die Einführung neuer wettbewerblicher Ausschreibungen für Energieeffizienz.

2. die Erhöhung des Fördervolumens für die Gebäudesanierung und die Einführung einer von Bund und Ländern getragenen steuerlichen Förderung von Effizienzmaßnahmen im Gebäudesektor. Zur Umsetzung der steuerlichen Förderung wird die Bundesregierung kurzfristig Gespräche mit den Ländern führen, mit dem Ziel, spätestens Ende Februar 2015 eine finale Entscheidung zu treffen.

3. die Schaffung von Energieeffizienznetzwerken gemeinsam mit Industrie und Gewerbe.“

Hendricks verspricht sich viel von dem neuen Paket, denn es könnte eine Einsparung von bis zu 78 Millionen Tonnen CO2 ermöglichen. Das ist mehr als Doppelte von dem, was mit aktuellen Maßnahmen erreicht werden könnte. Diese Zahl kommt durch Einsparungen in verschiedenen Wirtschaftsbereichen zusammen. Die Einsparungen durch mehr Energieeffizienz sollen bis zu 30 Millionen Tonnen CO2 betragen. Im Verkehrssektor soll zum Beispiel durch mehr Schienengüterverkehr eine Einsparung von bis zu zehn Millionen Tonnen CO2 erreicht werden. Außerdem sind Einsparungen von 3,6 Millionen Tonnen CO2 in der Landwirtschaft und drei Millionen in der Abfallwirtschaft durch „Abfallvermeidung, Recycling und Ressourceneffizienz“ geplant. Durch die oben erwähnte „Deckelung“ der CO2-Emissionen von Kraftwerken sollen 22 Millionen Tonnen CO2 eingespart werden. Allerdings dürfen die Betreiber selbst wählen, wie genau sie die Reduktion erreichen, also, ob Maßnahmen nur für eine einzige Anlage oder verteilt auf mehrere Anlagen vorgenommen werden. 

Greenpeace Deutschland hat sich jedoch positiv über die Zielsetzung des Umwelt-Wirtschaftsduos geäußert. Das konkrete Ziel wird in einer Meldung von der NGO gelobt. Allerdings bemängelt sie, dass nicht klar ist, wie es überhaupt erreicht werden soll. Bei allem Wohlwollen bleibt also wie immer abzuwarten, wie durchsetzbar diese Ansätze sind. Der Plan konzentriert sich momentan, wie der Name schon sagt, eher auf Energieeffizienz als auf echte Reduzierungsmaßnahmen.

TheCompensators* sparen schon jetzt kräftig CO2 und ermöglichen es jedem, seinen Schadstoffausstoß zu kompensieren. Wir helfen sogar beim Geschenke finden: Schau dir mal unsere hübschen Geschenkzertifikate an – vielleicht was für deine Lieben? Aber auch ohne weihnachtliche Gefühle lässt sich immer gut kompensieren! Hier geht’s zu unserem Rechner.

Ein gutes Zeichen, aber kein Grund zum Feiern

Kein Smog in Peking: Wegen des APEC-Gipfels verhängte die chinesische Regierung Fahrverbot und wies Kraftwerke an, auf Sparflamme zu laufen. Zur verhältnismäßig frischen Luft passt, dass US-Präsident Obama und der chinesische Staatschef Xi Jinping im Rahmen des Gipfels konkrete Klimaziele verkündeten. China wolle in 16 Jahren erstmals seine Treibhausgasemissionen drosseln, hieß es nach dem Treffen, und bis dahin außerdem den Anteil an Erneuerbaren Energien verdoppeln, der momentan noch bei 10 Prozent liegt. Die USA nehmen sich vor, ihren Schadstoffausstoß bis 2025 um 26 bis 28 Prozent zu reduzieren. Bisher lautete das Ziel, bis 2020 nur 17 Prozent weniger auszustoßen.

Nun könnte man natürlich die Tatsache feiern, dass sich China und die USA als die größten Verschmutzernationen dieses Planeten endlich am Klimaschutz beteiligen wollen. Aber ihre Pläne weisen Lücken auf:

– Wenn China erst 2030 damit beginnen will, seinen Schadstoffausstoß zu zügeln, müssen die restlichen Länder der Erde das kompensieren, um ein Zwei Grad Ziel noch zu erreichen.

– Zu „sauberer Energie“ zählt für China auch Atomkraft, schließlich verpestet die während des Prozesses der Energiegewinnung nicht die Luft. Was langfristig mit dem Atommüll passiert, ist das Problem künftiger Generationen.

– Die USA haben sich zwar ein strengeres Ziel gesetzt, sich aber auch fünf Jahre mehr Zeit gegeben. Außerdem ist das Jahr, auf das sich die Prozentsätze beziehen, nicht wie bei der EU 1990, sondern 2005, als die CO2-Konzentration in der Atmosphäre schon wesentlich höher war. Damit ist es relativ gesehen einfacher, das Ziel zu erreichen.

– Obama mag das Klima schützen wollen, für seine Konkurrenten zu Hause hat das aber keine Priorität. Die Republikaner dominieren den Senat und seit den Wahlen letzte Woche auch wieder den Kongress. Sie werden wohl kaum einer Maßnahme zustimmen, die das Wirtschaftswachstum hemmen und Arbeitsplätze kosten könnte.

Bis dahin ist es freilich trotzdem ein gutes Zeichen, dass sich die Sturheit der großen Nationen etwas aufgeweicht hat, vor allem im Vorfeld des UN-Klimagipfels in Paris nächstes Jahr, bei dem ein für alle mal verbindliche Klimaziele gesetzt werden müssen.

EU-Länder einigen sich auf Klimaziele für 2030

Eine CO2-Reduktion auf 35% des Niveaus von 1990 ist bis 2020 locker erreicht. Auch deshalb haben sich die EU-Klimaminister am Donnerstag in Brüssel getroffen und über neue Ziele beraten. Auf drei Ziele haben sich die Regierungschefs nun geeinigt, was angesichts der unterschiedlichen Prioritäten im Umweltschutz ein schwieriges Unterfangen war. Beim UN Klima-Gipfel in Paris 2015 können die Ziele zwar noch überarbeitet, aber nicht gelockert werden. Im Einzelnen soll bis 2030 Folgendes passieren:

1. Die EU soll im Vergleich zum Niveau von 1990 40% weniger Treibhausgase ausstoßen. Bei den privaten Haushalten, Verkehr und Landwirtschaft sollen es 30% sein.

2. Durch effizienteren Energieverbrauch sollen Einsparungen von 27% erreicht werden – unverbindlich.

3. Der Anteil von Erneuerbaren Energien soll um 27% steigen. Für Deutschland bedeute das ein „mindestens“, sagte Angela Merkel in Brüssel. Man habe mehr erreichen wollen, sich aber eben auf einen Kompromiss einigen müssen.

Die übrigen Ziele finde sie auch nicht schwer einzuhalten, da die Auflagen innerhalb des Bundes ja viel strenger seien. Claude Turmes von der Grünen Fraktion im europäischen Parlament war mit dem Ergebnis weniger zufrieden. Er beschrieb den Kompromiss als „faul“ und bezeichnete Merkel als eine „Klimakanzlerin a.D.“1.

Auch Umweltverbände kritisieren die Zielsetzung als zu lasch. Und eine wahrhaftige Reform des Emissionshandels bleibt die EU dem Klima ebenfalls schuldig, obwohl die Möglichkeiten für Verbesserungen bekannt sind. TheCompensators* fordern, dass die Verbesserung des Emissionshandels auf die Agenda gesetzt wird. Wir setzen uns dafür ein, dass das Emissionshandelssystem effektiver gestaltet wird und ermöglichen bis dahin jedem und jeder Einzelnen, Emissionsrechte zu löschen. Unterstütze uns und spende hier!

1Tagesschau-Beitrag vom 24.10.2014, http://www.tagesschau.de/multimedia/video/video-34811.html.

Verbessern oder abschaffen! Bericht zu überschüssigen Verschmutzungsrechten im Emissionshandel

Es ist kein Geheimnis, dass es im EU Emissionshandel zu viele Emissionsrechte gibt. Wie viele es sind, zeigt ein gerade veröffentlichter Bericht von Sandbag. Im Bericht wird der Überschuss an Emissionsrechten analysiert, der sich im EU Emissionshandel gebildet hat. Die Autoren schätzen, dass es bis zum Jahr 2020 bis zu 4,5 Milliarden überschüssige Emissionsrechte geben könnte, und dass das geplante “Backloading”, also die Verschiebung der CO2-Zertifikate in die Jahre 2019 und 2020, nicht ausreicht, um diesen Überschuss zu verringern.

Wir sagen seit Jahren: ‘Verbessert den Emissionshandel'”, erklärte Sandbag-Direktorin Byrony Worthington der Nachrichtenseite Responding to Climate Change. “Aber leider gibt es noch immer keine Anreize für Investments in grünes Wachstum. Es ist jetzt die Zeit gekommen, da das ETS so kaputt ist, dass wir empfehlen, es abzuschaffen, wenn die Probleme nicht innerhalb der nächsten 12 Monate mit neuen Gesetzen behoben werden.”

Der Bericht gibt drei Empfehlungen, wie das Emissionshandelssystem repariert werden kann:

  1. Verbessern der Funktionsweise durch eine Marktstabilitätsreserve (Regulierungsmechanismus für Überschüsse und Defizite) so bald wie möglich,
  2. Schützen der Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie durch Verbesserung der kostenlosen Verteilungsregeln,
  3. Erhöhen der EU Klimaziele durch Löschen von Emissionsrechten und Neuberechnung der post-2020 Entwicklung.

Der ganze Bericht steht hier zur Verfügung (Englisch).

Verglichen mit den Überschüssen mag die Arbeit von TheCompensators* wie ein Tropfen auf den heißen Stein erscheinen. Dennoch setzen wir uns weiter dafür ein, den Emissionshandel zu verbessern! Du kannst uns dabei helfen, indem du hier spendest.

Deal dank billiger Zertifikate?

Am 9. Oktober haben sich Bundeskanzlerin Angela Merkel und die neue polnische Ministerpräsidentin Ewa Kopacz in Berlin zum ersten Mal getroffen, um deutsch-polnische und EU-relevante Themen zu besprechen. Es bestätigte sich dabei, dass ein Übereinkommen bezüglich klimapolitischer Ziele schwierig zu erreichen sein dürfte. Mit Blick auf die Sitzung des Europarats Ende Oktober, bei dem Klimaschutzziele bis 2030 gesetzt werden sollen, hatte Frau Kopacz bereits vor dem Treffen mit der Kanzlerin angekündigt, von ihrem Vetorecht Gebrauch zu machen, sollten die polnischen Strompreise im Zuge dieser Zielsetzungen steigen. Während der Pressekonferenz in Berlin erklärte sie dann, für Polen gestalte sich die Reduktion von Treibhausgasen auf ein Level von 2008 (was 1,74 % weniger pro Jahr entspreche) schwierig. Angela Merkel fand, das sei „eine wichtige Aussage im Hinblick auf die Bevölkerung“1. Sie betonte, „dass die Zertifikatepreise im Augenblick so viel niedriger sind, als wir es uns 2008 vorgestellt haben. Damals haben wir von 20 Euro pro Tonne gesprochen, und heute liegen sie irgendwo zwischen 5 Euro und 3 Euro pro Tonne.“ Wenn Frau Merkel damit meint, dass billige Emissionszertifikate als Ausgleich für höhere Strompreise akzeptabel sind, verkennt sie den Zweck des Konzepts vom Emissionshandel. Zertifikate, die Grenzwert überschreitende Luftverschmutzung erlauben, müssen teuer sein und die Duldung des niedrigen Preises signalisiert eine Duldung dieser Schwachstelle des Emissionshandels. Es bleibt abzuwarten, ob dieses Argument auch beim Gipfel in Brüssel zum Einsatz kommen oder welche Lösung für die Probleme des ETS gefunden wird.

TheCompensators* engagieren sich für die Beseitigung dieser Schwachstelle. Wie kaufen den Unternehmen die Zertifikate vom Markt weg und treiben so den Zertifikat-Preis in die Höhe. Dafür brauchen wir Deine Unterstützung.

Fußnoten

Studie: Volle Konzernkassen durch Emissionshandel statt Umweltschutz

Eine aktuelle Studie belegt die Kritik von TheCompensators* am Europäischen Emissionshandel (ETS). Einer ganzen Reihe von Industriekonzernen, die zu den größten Umweltverschmutzern Deutschlands gehören, dient der Emissionshandel als lukrative Einnahmequelle, anstatt die Unternehmen zu mehr Klimaschutz zu verpflichten.

Die Untersuchung “Klima-Goldesel” von unserer britischen Partnerorganisation Sandbag, dem BUND und Germanwatch belegt, dass deutlich zu viele Emissionsrechte an Konzerne vergeben wurden – und zwar kostenlos. Profitiert haben davon unter anderem die Unternehmen Arcelor Mittal, Thyssen Krupp, Salzgitter und BASF. Allein für ihre Anlagen in Deutschland erhielten sie der Studie zufolge mehr als 60 Millionen Tonnen CO2 zu viel. Diese haben einen Wert von aktuell etwa 782 Millionen Euro – und verschaffen den Konzernen entsprechend satte Extragewinne, wenn sie die Verschmutzungsrechte weiterverkaufen.

Die Untersuchung belegt, dass der an sich sehr sinnvolle Emissionshandel dringend verbessert werden muss. Ansonsten kann das System sein Ziel des Klimaschutzes nicht erreichen!

Die Politik – das heißt die Europäische Kommission und die EU-Mitgliedstaaten – muss deshalb handeln! Die Zahl der vergebenen Emissionsrechte muss deutlich verringert werden, damit das Emissionen tatsächlich signifikant sinken. Außerdem dürfen die Zertifikate nicht kostenlos vergeben werden – die Unternehmen müssen dafür zahlen, dass sie das Recht erhalten, das Klima zu belasten.

Aber auch jeder Einzelne kann aktiv werden und seine Emissionen kompensieren! Wer Emissionszertifikate über TheCompensators* kauft und löscht, verringert die Zahl der Verschmutzungsrechte, die den Unternehmen noch zur Verfügung steht. Zugleich ist jedes gelöschte Verschmutzungsrecht eine politische Stimme für einen besseren Emissionshandel. Kompensieren Sie jetzt!

350 tonnes of CO2 deleted

We have done it! On the 350.org Climate Action Day on Saturday, 24 October we have deleted 350 tonnes of CO2 thanks to donations of our members and supporters.

With a bit of assistance from the Heavens, 350 tonnes of CO2 were destroyed with a bang in front of one of Berlin’s most famous landmarks – the Brandenburg Gate. In a symbolic act, an angel burst a balloon filled with emission permits at the Pariser Platz.

Curious? Watch the video!

Can’t wait for our next action!

The 350 tonnes action

I will pop on October 24th @12:05 in front of the Brandenburg GateOn Saturday, October 24th, the International Day of Climate Action, a concrete action for climate protection will be taken: TheCompensators* will spare the atmosphere 350 tonnes of CO2.

In a symbolic act, we will burst a balloon filled with emission permits suspended above a stage at the Pariser Platz, in front of the Brandenburg Gate at 12.15. This way 350 tonnes of CO2 will be destroyed with a bang.

The emission permits were purchased and deleted by TheCompensators* using donated funds – the pollution rights will no longer be available to industry.

Be in Pariser Platz on October 24th at 11.30 a.m.: a TV-show, 350 Chancellors, Angels, Devils and the 350 balloon will be waiting for you!

Join the event on facebook and on 350!

Click here to download the flyer in German.

To know more about the 350 Climate Action day, please visit 350.org

Spread the word, join us on Saturday, become a member or make a donation, whether 3.50, 35.00, or 350.00, euros, dollars, pounds or pesos, your contribution will help buying 350 (or even more!) EUAs, which we will destroy on Saturday, October 24th.

Any questions or suggestions? Contact us!

Vernissage & CO2-neutral aperitif in Berlin

TheCompensators* would like to thank all the people who attended the Vernissage der Klimaretter and helped deleting 40 tonnes of CO2!

***

When? Sunday, October 18th 2009 from 5 to 8 pm

Where? in Berlin-Neukölln, Karl-Marx-Str. 168 (Atelier Bär – Methane Factory)


Source: Bär + Knell Design

Come along and enjoy a CO2-neutral aperitif as well as the climate friendly artwork of the virtual “Methane Factory” recently founded by the Berlin artist Gerhard Bär. You will also have the opportunity to buy your own emission permits and thus become part of  our “350t CO2 action“.

Download the flyer and join the event on Facebook!

P.S. You are kindly requested to pay a small entrance fee (min. 3 Euros).

TheCompensators on Twitter!

TheCompensators* have entered ! Follow us!

350t CO2 action

Join me at http://www.350.orgWe hope you have already heard about 350.org and the 350 ppm climate action day on October 24th…

If not, it’s time to know what 350.org is about

350.org is an international campaign dedicated to building a movement to unite the world around solutions to the climate crisis–the solutions that justice demand.

The focus is on the number 350–as in parts per million, the level scientists have identified as the safe upper limit for CO2 in our atmosphere. But 350 is more than a number–it’s a symbol of where we need to head as a planet.

TheCompensators* have met with 350.org and decided to take action together to get 350 t of CO2 out of the EU ETS on October 24th.

So far TheCompensators* have deleted nearly 2000 EUAs from the EU ETS. Collecting the money to purchase 350 EUAs is feasible.

But we need YOUR HELP!

Spread the word, become a member or make a donation, whether 3.50, 35.00, or 350.00, euros, dollars, pounds or pesos, your contribution will help buying 350 (or even more!) EUAs, which we will delete publicly on October 24th.

Any questions or suggestions? Contact us!

63 EUAs deleted

TheCompensators* have just deleted 63 EUAs

Please have a look at our transaction list which documents the 1891 EUAs we have deleted so far!

Finally: purchase and cancellation of 215 EUAs

We can report that we have finally, after a long wait, been able to purchase and delete 215 EUAs as of today. The register now provides data export, so please have a look at our transaction list (including the ones from 2007) here.

Transaction made!

We just transferred €4699.45 to our broker and await a lot of around 172 EUAs to be delivered for deletion to our account by next week. Once Hannah is back from Indonesia and the EUAs are ready to be deleted, we will do so and keep you updated on the website.

News from Austria

We could purchase EUAs from Austria and stock them at our brokers account. Deletion and proof in Austria are not possible yet, firstly when the registers are coupled (October). We are discussing whether purchasing and stocking, followed by a deletion once we got the EUAs is the best option to pursue.

Status update

The BMU just announced that the registers of the EU and the ones of the UNFCCC will be coupled in October. Until then, the German accounts will be kept closed and no allocations will take place. Thus, it is impossible to purchase EUAs in Germany, until the coupling has taken place. We now inquire whether a purchase in Austria is feasible. If it is, we will do so.

Still waiting

We are still waiting until we can do the first transaction of 2008. Unfortunately we were not able to do a transaction in germany yet. There would be the possibility to do it via Austria, and let the Austrian registry delete the emission allowances, but we do not find this appropriate. We will investigate whether now is the time to do a transaction in Germany, and if not, whether a transaction in Austria can be made with a proof of deletion which we can present. We are grateful for your patience and apologise for any inconveniences.

Status Update 2008-07

Up to now it was not possible to obtain EUAs from the registers in Germany. It would have been possible to purchase EUAs in Austria, though, but then we would have not been able to delete them by ourselves. This is why we decided to wait until a purchase in Germany will be possible. Our broker said this would approximately be from July on.

Thus, we will soon get in touch with him to see whether a purchase is possible. In case this is so, we will use 90% our savings to purchase a lot of EUAs which will be retired as soon as we obtain them. As of today we have saved up to € 4 670.55.

Retiring EUAs in 2008

The second trading period has already started. We wanted to buy and delete EUAs with the money we have saved up until now. Unfortunately, this is not possible yet, since the registries are not ready yet. Our broker informed us, that trading at the moment is only possible in Austria, the German registry is not ready yet. Thus, we need to wait until we can trade here in Germany, so that we can actually delete the emission allowances from our account at the German national registry. According to our broker, this will be possible late spring or summer this year. We apologise for any inconvenience this may cause for you. If you have further questions, please simply contact us via the contact form.