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1 Warum Emissionshandel sinnvoll ist

Um die negativen Auswirkungen des Klimawandels zu beschränken, darf der weltweite Temperaturanstieg nicht mehr als zwei Grad Celsius  im Vergleich zum Niveau vor der Industriellen Revolution während des 18. und des 19. Jahrhunderts betragen. Dieses Ziel ist Teil der EU-Energiepolitik.

  • Ein Anstieg von 0,8°C hat bereits stattgefunden und weitere 0,5-0,7°C sind unvermeidbar

Die Steigerung um zwei Grad Celsius wird normalerweise mit einer CO2-Konzentration von 400-500 Teilchen pro Million (auf Englisch: parts per million, also ppm) verbunden. Das heißt, dass von einer Million Teilchen in der Atmosphäre 400 bis 500 Teilchen CO2 sind.

  • Das aktuelle (1) CO2-Niveau betrug im Oktober 2014 395,53 ppm und steigt jährlich um zwei ppm.

Daher muss der CO2-Ausstoß schnell und erheblich reduziert werden. Die aktuelle kohlenstoffbasierte Wirtschaft muss sich sobald wie möglich dramatisch ändern, da die weltweite Energieeffizienz der Wirtschaft sich nur halb so schnell verbessert wie die weltweite Wirtschaft wächst.

  • Der CO2-Ausstoß muss bis zum Jahre 2050 auf 50% des Niveaus von 1990 reduziert werden.

Industrienationen produzieren das meiste CO2 pro Kopf, z.B. 24 Tonnen in den USA, 11 Tonnen in Deutschland, 4,6 Tonnen in China und weniger als 0,1 Tonnen in fast 20 anderen Ländern, wie Madagaskar, Nepal und Tansania.

  • Der verkraftbare, von Menschen verursachte CO2-Ausstoß beläuft sich auf max. 3 Tonnen pro Kopf (2).

Wenn das Zwei-Grad-Ziel erreicht werden soll, dann müssen die Industrienationen nicht nur Entwicklungsländern helfen, ihre Emissionen niedrig zu halten, sondern sie müssen auch ihre eigenen Emissionen drastisch reduzieren.

Es gibt viele Hebel, um die Erderwärmung bei 2 Grad Celsius zu halten, zum Beispiel die Reduktion der Nachfrage nach emissionsintensiven Gütern und Dienstleistungen, Effizienzsteigerung, Anwendung und Weiterentwicklung kohlestoffarmer Technologie oder Reduktion von Emissionen, die aus fossilen Brennstoffen resultieren.

Die Zeit ist entscheidend, was die Reduktion des CO2-Ausstoßes angeht, da CO2 für sehr lange Zeit in der Atmosphäre bleibt (3).

Daher wird ein Mechanismus benötigt, der sicherstellt, dass die verschiedenen Hebel so effizient wie möglich genutzt werden – sowohl was die Zeit angeht, als auch die Wirksamkeit.

Emissionshandelssysteme sind ein solcher Mechanismus, welcher den Gesamtausstoß beschränkt und welcher alle Emittenten von CO2 dazu zwingt, auf einem gemeinsamen Markt gegeneinander anzutreten.

Fußnoten

  1. Oktober 2014 http://scrippsco2.ucsd.edu; diese Zahl ist um den Aerosolen-Effekt bereinigt, da dieser das Klima abkühlt; das tatsächliche CO2-Niveau liegt bei 460ppm.
  2. Der WBGU (Wissenschaftlicher Beirat Globale Umweltveränderung) leitet eine Emissionsbeschränkung von 750 Millionen Tonnen bis 2050 ab; aufgeteilt auf die Weltbevölkerung von 6,9 Milliarden Menschen im Jahre 2010 und verteilt über 40  Jahre bedeutet dies 2,72 Tonnen pro Jahr und Kopf.
  3. Klimawandel, der aufgrund von CO2-Ausstoß geschieht, ist für die nächsten 1000 Jahre größtenteils irreversibel, auch nach Ende des Ausstoßes: http://www.pnas.org/content/early/2009/01/28/0812721106.abstract.