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We temporarily stop deleting emission certificates!

EU member states and the European Parliament are planing to reform the European Emission Trading Scheme. While no final decisions have been made, some of the proposed changes imply that deleting pollution allowances will not reduce the cap for damaging carbon emissions anymore.

As a consequence, we are temporarily stopping the deletion of emission certificates in the ETS and ask our supporters to wait with further donations until there is clarity about the future of the emissions trading scheme.

 

10 comments

  1. Gerhard Heinl says:

    Unfassbar, was steckt dahinter? Somit wird unser Klimaziel aus “legale” Weise ausgehebelt!!

  2. Enrico Ahlendorf says:

    Das ist tatsächlich eine Riesen-Schweinerei!!! Vor allem, dass es immer noch Kontingente an Emissionspapieren für die betroffenen Unternehmen gibt, die kostenfrei ausgegeben (sofern ich das dem Informationspapier der EU-Parlamentsseite richtig entnahm) werden. Als ersten Schritt könnten die EU-Staatschefs vielleicht diesen unfassbar unsinnigen Parlaments-Wanderzirkus, welcher monatlich zwischen Brüssel und Strasbourg stattfindet, abschaffen. Der verursacht jährlich knapp 20000t CO2-Ausstoß!!! Da fragt man sich…

  3. Gibt es eine Einschätzung, wann “Klarheit über die Zukunft des ETS herrscht”? Also ab wann das Löschen von Emissionszertifikaten vorrausscihtlich wieder möglich sein wird. Wann ist mit einer Entscheidung in der EU zu rechnen?

  4. Hendrik Schuldt says:

    Lieber Benjamin,

    leider können wir Deine Frage nicht ohne Spekulationen beantworten. Vorerst waren sich die Europäische Kommission, der Europäische Rat und das Europäische Parlament uneinig was die Reform des Emissionshandelssystems angeht. In diesen Fällen bestimmen alle drei Organe Vertreter und senden diese in sogenannte Trilog-Verhandlungen um einen Kompromiss herbeizuführen. Wie mühsam und zeitaufwendig dies sein kann ist hier unter Punkt 1 wunderbar beschrieben. Bisher habe 6 Triloge stattgefunden, Rat und Parlament haben sich auf einen Kompromiss geeinigt. Der Rat hat den Kompromiss bereits gebilligt, die Billigung durch das Parlament steht noch aus. Wir halten Euch auf dem Laufenden!

    Grüße von TheCompensators*

  5. Alfred Schaller says:

    Ich verstehe Eure Entscheidung nicht. Es gilt doch immer noch der Beschluss (EU) 2015/1814 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 6.10.15:
    http://eur-lex.europa.eu/legal-content/EN/TXT/?uri=uriserv:OJ.L_.2015.264.01.0001.01.ENG
    Danach sollen ab 2019 jedes Jahr 8% bzw. 12% einer zu berechnenden Überschussmenge in die sog Markt-Stabilitäts-Reserve eingestellt. Wenn die Überschussmenge < 400 Mio. ist, sollen 100 Mio. Zertifikate wieder freigegeben werden, sofern so viele in der MSR vorhanden sind.
    Wenn Ihr Zertifikate aufkauft und löscht, verringert sich die Überschussmenge entsprechend. Damit verpuffen zwar 12% der Löschung, da entsprechend weniger Zertifikate in die MSR eingestellt werden, 88% sind aber weiter direkt wirksam. Die 12% nicht in die MSR eingestellten Zertifikate können in zukünftigen Jahren aber auch nicht freigegeben werden. Damit bewirken sie Emissionsminderungen in der Zukunft.
    Das Löschen von Zertifikaten hat also weiterhin einen Effekt auf die Obergrenze der Emissionen, wenn auch z.T. verzögert!

  6. Hendrik Schuldt says:

    Lieber Alfred,

    die von Dir angeführte Entscheidung des EU Rates und Parlaments ist veraltet. Im Rahmen der Trilogverhandlungen (siehe Post weiter oben) wird auch über eine Verschärfung der Marktstabilitätsreserve (MSR) debattiert. Wahrscheinlich scheint, dass ab 2023 Überschüsse direkt aus der MSR gelöscht werden können. Siehe hierzu die im Blogpost verlinkte Pressemitteilung des BMUB:

    “Ab dem Jahr 2023 dürfen nur mehr so viele Zertifikate in der Reserve verbleiben, wie im Vorjahr versteigert wurden, der Rest – voraussichtlich mehr als 1,5 Milliarden Zertifikate – wird gelöscht.”

    Dies würde bedeuten, dass jedes von TheCompensators* gelöschte Zertifikat möglicherweise als Überschuss in der MSR geparkt werden würde, und ab 2023 vielleicht gelöscht worden wäre (auf Rechnung der Mitgliedsstaaten der EU). Damit wäre der Kauf und die Löschung des Zertifikats Verschwendung von Spendenmitteln was unseren Grundsätzen widersprechen würde. So reicht im Moment diese regulatorische Eventualität aus, um einen Spendenstopp unsererseits zu begründen.

    Wir setzen die Spenden unserer Unterstützer_Innen sinnvoll und zielgerichtet ein, und werden dies auch in Zukunft so handhaben. Deshalb erarbeiten wir gerade ein Konzept, wie wir auch weiterhin Kompensationsleistungen über das EU ETS anbieten können. Daher bitte ich Dich und alle weiteren Unterstützer_Innen und Interessent_Innen noch etwas Geduld mit uns zu haben. Wir bleiben dran!

    Viele Grüße von TheCompensators*

  7. Christian Alberth says:

    zunächst ist es schön, wenn Zertifikate gelöscht werden. Aber ist das Prinzip der ausreichend gefüllten Reserve nicht dennoch schlecht? Damit bliebe doch garantiert, dass die Zertifikate nie wirklich knapp werden. Um die Reserve anzugreifen, müssten in einem Jahr mehr Zertifikate verbraucht werden als versteigert. Und dann müsste sich über die Jahre erst die Reserve leeren, damit Knappheit entsteht. Wären damit der Industrie nicht bis z.B. 2030 ausreichend Zertifikate garantiert und damit der Handel bis dahin wirkungslos? Und: was heißt gelöscht? werden die überschüssigen Zertifikate aus dem Markt gekauft oder zwangsweise gelöscht? Was ist mit den Eigentumsrechten der Unternehmen?
    Christian

  8. Andreas Knoll says:

    Liebe Compensatoren,
    ich finde euren Ansatz genial. Gibt es schon etwas Neues? Falls nicht: habt ihr einen Hinweis für mich, auf welche Weise ich zwischenzeitlich meine Kompensation erledigen sollte?

    Gruß aus Salzburg – Andreas

  9. Katja says:

    Hei, ich kenne diese Idee bisher nur von Chooose, einer norwegischen Organisation. Die kaufen weiter und löschen. Warum geht das, aber ihr meint, dass es zur Zeit nicht funktioniert?

  10. Hendrik Schuldt says:

    CHOOSE betreibt klassisches Offsetting ähnlich wie atmosfair, myclimate etc. Das bedeutet, die Emissionen werden nicht innerhalb Europas reduziert, sondern durch Klimaschutz-Projekte in Ländern des globalen Südens. Dieser Mechanismus funktioniert nach wie vor, da er nicht im Rahmen des EU ETS reguliert ist, sondern unter der UNFCCC.

    Mit Ihrer Aussage, sie löschen Carbon Credits ist gemeint, dass sie nicht weiter an Firmen verkauft werden. Allerdings kann nun jede Firma ihre eigenen Klimaschutzprojekte finanzieren um Carbon Credits zu generieren und ihre Emissionen abzudecken. Eine Kompensation über CHOOSE verändert also nicht die Anreizstrukturen für Firmen Treibhausgase zu reduzieren oder durch Offsetting auszugleichen.

    Alleine durch die Emissionsreduktionen einiger Klimaprojekte in Ländern mit wenig ausgeprägten Industrien ist der Klimawandel allerdings nicht zu stoppen, bzw. dessen Auswirkungen nicht wesentlich zu mindern. Wir, als EU-Bürger, müssen insbesondere die heimischen Industrien zur “grünen Transformation” antreiben, denn genau diese sind es, die im Moment am meisten Treibhausgase ausstoßen. Genau das machen TheCompensators*. Wir bieten die Möglichkeit Emissionsreduktion innerhalb der EU zu betreiben indem wir den in Europa betriebenen Anlagen die Verschmutzungsrechte entziehen.

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